Gewichtheben – Lockdown bringt AV in schwierige Lage

SPEYER.  Der Athletenverein Speyer, seit 2011  bis 2018 fünfmal deutscher Mannschaftsmeister im Gewichtheben, und die anderen Klubs mit Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga sehen sich in einer vertrackten Lage. Da die Saison 2020/21 wegen des Corona-Lockdowns abgesagt wurde, besteht die Gefahr, dass Aktive, die nicht zur Nationalauswahl gehören, und Nachwuchssportler aus dem Wettkampfbetrieb aussteigen oder den Sport mit der Hantel gar beenden.

Frank Hinderberger, Abteilungsleiter der AV-Gewichtheber/innen: „Wir haben seit zehn Monaten keine Wettkämpfe mehr, vielleicht in den nächsten drei, vier oder mehr Monaten auch nicht. Dadurch könnte es gerade in der 1. Bundesliga Probleme geben. Denn hier sind zum Teil Hobbysportler unterwegs, die so gut sind, dass sie sich ein paar Euro verdienen können, zum Beispiel Björn Günther bei uns und Kevin Schweizer vom KSV Durlach.

Beide haben alles erreicht, was ihnen möglich ist, sind Deutsche Meister und waren international eingesetzt. Jetzt haben sie kein Aussicht auf weitere Wettkämpfe – warum also sollen sie weiterhin trainieren? Nur aus Spaß sicherlich nicht, denn dann könnten sie auch in der Oberliga starten und müssten wegen der Anforderungen in der Bundesliga nicht wöchentlich vier-, fünfmal  nach 20 Uhr Hantel stemmen“. Oder aber sie sehen sich nach einem anderen Sport um. So wie die einige Zeit für Speyer hebende Schweizer Meisterin Nora Jäggi. Hinderberger: „Sie hat in der wettkampflosen Zeit gemerkt, dass es auch andere Freizeitmöglichkeiten für sportliche Betätigung gibt“.

Seine Skepsis dehnt Abteilungsleiter Hinderberger weiter aus: „Ich bin gespannt, ob unsere Jugend- und Hobbysportler wieder kommen und auch die Frauen und Männer, die uns bei den Wettkämpfen unterstützt haben, sei es beim Scheibenschieben und Verkauf von Brötchen“.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht seien es sehr schwierige Zeiten für den AV, befindet der erste Vorsitzende Jörg Schanninger. „Denn auch ohne Wettkämpfe in unserer Sportarten wie Ringen und Boxen hat der Verein Ausgaben, die in der Vergangenheit mit Sponsorengelder abgedeckt werden konnten. Jetzt aber ist die Sponsoren-Akquise noch schwieriger als sonst, weil auch viele Freunde und Gönner selbst durch die Pandemie gebeutelt sind“. Zudem falle der Wirtschaftsbetrieb wegen des Lockdowns seit November 2020 aus. Es sei abzuwarten, wie sehr sich das Ganze auf den Mitgliederbestand auswirke. Das zeige sich im Februar, wenn die Beitragsbuchungen anstehen. Schanninger: „Manche unserer Mitglieder müssen sehen, wie sie die nicht unbedingt zum Überleben notwendige Ausgaben reduzieren können und hierzu zählt leider ein Mitgliedsbeitrag für einen Verein allemal“.  – wk