Ringen – Nach 8:23 Minuten alles vorbei

AV 03 Speyer 32:0 über kampfunfähigen ASV Ludwigshafen – Erstmals eine Mattenrichterin

 

SPEYER. Nach genau 8:23 Minuten war alles vorbei und einer der deutlichsten Siege der Ringer des AV 03 Speyerer stand fest: 32:0. Das war eigentlich schon vorher klar, konnte doch der ASV Ludwigshafen zu dieser Begegnung in der Rheinland-Pfalz-Liga statt neun nur vier Athleten auf die Matte des Athletenheims schicken und galt damit als kampfunfähig.

 

Die Ludwigshafener traten trotzdem an, um  eine Geldstrafe des Verbandes und die Ersatzzahlung für den Aufwand des ausrichtenden Verein zu vermeiden. Weil Speyer die schwerste Gewichtsklasse (bis 130 kg) weiterhin nicht besetzen konnte und damit vier Minuspunkte kassierte, gewann der AV „nur“ 32:4. Das 32:0 entspricht aber dem Kampfunfähigkeits-Reglement.  Der fünfte Rundenerfolg ließ Speyer mit nunmehr 10:8 Punkten auf den dritten Tabellenplatz der Achter-Liga vorrücken.

 

Trotz des Ausfalls des Rundenkampfes blieb die Mattenrichterin Laura Ferdinand (Hallensprecher Bernd Pitsch: „Ein Novum im Athletenheim, erstmals leitet bei uns eine Frau die Ringerkämpfe“)  nicht beschäftigungslos. Boten doch die Ludwigshafener ihre drei verbliebenen Athleten zu Freundschaftsbegegnungen im freien Stil auf. Die sie freilich jeweils mit 0:4 verloren.

 

Speyers Julian Fahrnbach/Gewichtsklasse bis 61 kg lag gegen den versierten Mohammad Karim Faizi mit 4:6 zurück, als der sich an der linken Schulter verletzt und trotz Behandlung des Arbeitersamariter-Duos aufgeben musste. Nikola Pavlov/bis 71 kg schulterte  den knapp nach Punkten führenden Farzad Sarwari in etwas mehr als zwei Minuten. Tugan Gasiev/bis 98 kg ließ trotz anfänglicher Mühe dem Ludwigshafener Yigit Kaan Alabas keine erfolgversprechende Griffmöglichkeit mehr und siegte nach viereinhalb Minuten mit 17:2 und somit technischer Überlegenheit.

 

Den Kämpfermangel beim Gegner ASV Ludwigshafen, den Speyer in der Vorrunde mit 16:15 bezwang, sieht dessen Vorsitzender Gerd Mohra so: „Wir haben keine Möglichkeit, ein komplettes Aufgebot zusammen zu kriegen“. Berufliche und private Gründe hätten für die Partie in  der Nachbarstadt eine vollständige Mannschaft verhindert, aber auch künftig würden wohl immer wieder Ringer fehlen. Mohra: „Wir müssen sehen, dass wir die Runde anständig zu Ende bringen“. Sein Verein will „Überlegungen für eine Wettkampf-Gemeinschaft mit dem benachbarten Liga-Kollegen KSC Friesenheim anstellen“.

 

Die das „Novum im Athletenheim“ herbeiführende Kampfrichterin Laura Ferdinand war für den erkrankten Kollegen Andreas Adam aus Idar-Oberstein eingesprungen und hatte „rund 340 Kilometer hin und zurück“ von ihrem Wohnort Boden bei Montabaur auf sich genommen. Die Koblenzer Bundeswehr-Beamtin bewies neben exakter Ringerregel-Auslegung auch Gespür für die klamme Abteilungskasse der Speyerer AV-Ringer: „Für mein Kilometergeld berechne ich nur die Fahrt nach Mannheim und zurück“. Dort hatte sie während ihres Studiums am Bildungszentrum der Bundeswehr gewohnt.

 

ERGEBNISSE

57 kg Griechisch-Römisch: Ali Reza Amini ohne Gegner, 4:0. – 61 kg Freistil: Julian Fahrnbach – Mohammad Karim Faizi 4:0 (Aufgabesieg bei Punktstand 4:6/Kampfzeit 1:32 Minuten). –  66 kg GR: Kristyian Bahchevanov ohne Gegner, 4:0. –  71 kg F: Nikola Pavlov – Farzad Sarwari 4:0 (Schultersieg bei Punktstand 1:2/2:21). – 75 kg GR: Max Bosch ohne Gegner, 4:0. – 80 kg F: Urij Makarov ohne Gegner, 4:0. – 86 kg. GR: Vladislaw Schmalzel ohne Gegner, 4:0. – 98 kg F: Tugan Gasiev – Yigit Kaan Alabas 4:0 (technisch überlegen, Punkstand 17:2/4:30). – 130 kg GR: Ayub Gantemirov ohne Gegner, 0:4.  – wk