Die bewegten und nimmermüden Kinder

Csilla Schanninger und Bernd Fahrnbach krönten Projekt der AV 03 und der Villa Kunterbunt

SPEYER. Rund 420 Kinder zwischen fünf und sechs Jahren leben in Speyer. An 22 von ihnen überreichten Czilla Schanninger und Bernd Fahrnbach vom AV 03 Speyer am Mittwoch Urkunden. Als Anerkennung dafür, dass diese Mädchen und Buben ihrer Kindertagesstätte Villa Kunterbunt dazu verholfen haben, das von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) geförderte kostenlose kommunale Bewegungsangebot aller Speyerer Kitas am besten umzusetzen.

 

Die Voraussetzung für die Auszeichnung der Villa Kunterbunt schufen außer den Erzieherinnen Birgit Dancin und Daniela Böllert die erwähnten AV-Mitglieder. Bei ihren „Kinderstunden“  in der Friedel-Hinderberger-Ringerhalle versuchen sie jeden Donnerstag während ein- bis einhalb Stunden, den Kleinen Freude an Bewegung zu verschaffen. Die „Bewegten“ sind, so zeigte es das der Ehrung vorangehende Programm, mit Rieseneifer bei der Sache. Barfuß über die Ringermatte laufen, hüpfen, Purzelbäume vorwärts und rückwärts, balancieren, einen Ball fangen. Das ist nicht einfach, wenn man fünf ist, aber es es war im vorliegenden Fall offenbar kein Problem, jedenfalls keines, das nicht zu schaffen gewesen wäre.

 

„Kinder werden einfach nicht müde“, erkannte Bernd Fahrnbach. Was neben der sichtbaren Freude der Kleinen an der Bewegung gewiss auch damit zusammenhängt, dass er im Wechsel mit Czilla Schanninger allwöchentlich ein abwechslungsreiches Programm anbietet. Mit dem Hintergedanken, dass manche Kinder auf diese Weise den Weg zum Ringersport finden. Dessen Abteilung Fahrnbach beim Athletenverein führt.

Studien von Krankenkassen und des Robert-Koch-Instituts haben ergeben, dass sich viele Kinder zu wenig bewegen und dass sich dies auf ihr soziales Verhalten und im zunehmenden Alter auf ihre Gesundheit auswirkt. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland forderte daher vor zwei Jahren Kommunen auf, sich um Projektfördermittel zu bewerben. Die Stadt Speyer reagierte und stellte gemeinsam mit dem Stadtsportverband einen Antrag. Der hatte Erfolg. 30.000 Euro an Fördermitteln gingen nach Speyer, die Stadt setzte das Geld für die  an dem „Kinderprojekt“ mitwirkenden Vereine Judo-Sportverein, Athletenverein, Fußball-Club und Zirkus Bellissima Polaris ein. Laut AOK „ein funktionierendes Netzwerk, das den Kindern lebenslange Freude an  der Bewegung vermittelt, die sie im Idealfall in ihre Familien hineintragen“./wk

 

Zur Sache

 

Nahezu die Hälfte der rund 420 Vorschulalter-Kinder bewegen sich mehr oder minder regelmäßig bei den genannten Vereinen. Weitere 120 Kinder in acht Kitas erhalten ein wöchentliches Bewegungsangebot, das gemäß Allgemeiner Ortskrankenkasse „nicht nur ihre motorischen Fähigkeiten fördert, sondern das auch soziale Kompetenzen wie  Regelverständnis, Bereitschaft und Fähigkeit sowie Rücksichtnahme schult und das Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten entgegen wirkt“. /wk