Boxen/Fußball – Noemi wie ein Blümchen unter Bäumen

FC Speyer 09 trainierte unter Robert Schander beim Athlenverein

SPEYER. Mit einem besonderen Training konfrontierte FC-Chefcoach Ralf Gimmy seine Verbandsliga-Fußballer: Beim benachbarten Athletenverein ließ er die Kicker spüren, wie es so ist, wenn außer dem „Köpfchen“, das bei allen Sportarten Voraussetzung sein sollte, nicht allein die Füsse, sondern auch die Fäuste eingesetzt werden. Allgemeine Meinung der zwölf schweißnassen Fußballer nach einer Stunde in der AV-Boxabteilung: Ganz schön anstrengend.

Sport soll Spaß machen. Aber es macht keinen, wenn man ihn nicht ernst nimmt. So lächelte denn Gimmys Kollege, der AV-Boxcheftrainer Robert Schander, denn auch ziemlich sparsam, als er das Fußballer-Dutzend mit seinem Programm konfrontierte. Das war laut AV-Abteilungsleiter Hans Diehl „ziemlich abgeschwächt“. Aber Fußball-Coach Gimmy, mit Co-Trainer Andreas Holdermann und später auch mit Spielleiter Eleftherios Konstantakis von einer sicheren Bank aus Boxtraining-Beobachter, ahnte schon nach vielleicht 20 Minuten: „Da werden manche morgen ziemlich Muskelkater haben“.

Nicht etwa, weil seine Kicker nicht austrainiert seien, sondern weil sie diese Art von Fitnessprogramm nicht gewöhnt sind. Gimmy: „Bei uns kommt es halt mehr auf Beine, Füsse und Ballbehandlung an“. Die werden mit derzeit viermaligem Training und anschließendem Testspiel auf das Pokal-Halbfinale am 23. März gegen Wormatia Worms und auf die weitere Verbandsliga-Rückrunde vorbereitet.

Aufwärmtraining, Sandsack-Arbeit, Zirkeltraining und all das in sozusagen milder Form. Das waren Robert Schanders „Spezialitäten“ für die Fußballer Eric Häußler, Nathan Esslinger, Ugo Mario Nobile, Maurizio De Vico, Daniel Bundus, Levent Izgec, Christoph Gass, Christoph Böhm, Sanel Catovic, Milot Berisha, Tobias Blaszyk und Vlad Kirch. Zwischen all den langen Burschen nahm sich Schanders Assistentin, die kleine Boxgröße Noemi Lo Curto, aus wie ein Blümchen unter lauter Bäumen.

Ralf Gimmys Ausflug zu den Boxern  war nicht das erste „Fremdtraining“ seiner Fußballer. An das beim Judo-Sportverein erinnert er sich besonders: „Das hat uns im vorigen Jahr den Aufstieg gekostet“. Denn Stammtorwart Sascha Rausch riss sich bei Übungen im Judomaxx eine Handsehne und fiel bis auf Weiteres aus.

Das passiert beim Schach eher nicht, wie Gimmy aus seiner Zeit bei TuS Mechtersheim erfahren hat. Der Oberligist richtete in seinen Bezirks- und Verbandsliga-Zeiten als vermutlich einziger deutscher Fußballverein alljährlich ein Schachturnier aus. – wk