Ringen/Gewichtheben – Auf der Matte und an der Hantel

Leon Carvalho da Silva-Prior ringt und hebt – Vom Opa geerbt

SPEYER. Samstags Gewichtheber-Mehrkampf im südsächsischen  Rodewisch, sonntags etwa 500 Kilometer westlich Ringen in Kirrlach: Für Leon Carvalho da Silva-Prior vom AV 03 Speyer offenbar kein Problem. Der 13-Jährige hat am zurückliegenden Wochenende ein erstaunliches Sportprogramm hinter sich gebracht.

Der Junge mit dem doppelten Nachnamen – Vater Deutscher, Mutter Portugiesin – ringt, seit er acht war und hebt seit zwei Jahren. In Rodewisch startete er mit der pfälzischen Auswahl beim Schülerpokal der Deutschen Gewichtheber-Jugend und wurde nach fünf schwer- und leichtathletischen Wettbewerben Siebter unter 16 seiner Altersklasse. Beim Ringen der Schülerrunde Nordbaden in Kirrlach  steuerte er, mit seinen 63 kg Schwergewichtler, einen Schultersieg zum Speyerer 28:16-Triumph bei.

In beiden Sportarten hatte Leon Carvalho da Silva-Prior schon öfter Erfolg. Mehrmals war er rheinland-pfälzischer Ringer-Schülermeister, bei den deutschen Gewichtheber-Titelkämpfen 2015 des Nachwuchses kam er auf den vierten Rang. Doch seine Antwort auf die Frage, was er lieber mache, fällt fürs Gewichtheben aus. Weil: “Ich hab’ Kraft, bin aber nicht so schnell”. Was im Ringen von Nachteil sein kann. Auf jeden Fall für ein Talent halten ihn die  AV-Trainer beider Sportarten, Achim Friedrich/Jurij Makarov im Ringen und Zsoltan Balaszfi im Gewichtheben.

Die Doppelbegabung hat der ringende Gewichtheber oder Gewichte hebende Ringer wohl geerbt. Sein Großvater Erwin Prior, lange Jahre Vorsitzender und Mäzen des ASV Ladenburg, begann ebenfalls auf der Ringermatte, feierte später aber auf der Heberbühne seine schönsten Erfolge.

Dreimal in der Woche trainiert der Speyerer von der Dudenhofener Realschule Plus im Athletenheim. Dorthin und zu seinen Wochenend-Einsätzen fahren ihn Vater Günter Prior (“Ich hab’ ein bissel gerungen”) und Mutter Alexandrina Carvalho da Silva-Prior. Und weil auch Tochter Lucia (16) sportlich gut drauf ist – Karate in Schifferstadt, Golf in Geinsheim – und gleichfalls im Papa-Mama-Taxi fährt, ist der väterliche Seufzer verständlich: “Das volle Sportprogramm unserer Kinder läuft ziemlich ins Geld”. (wk)